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Kunsthaus Stove Part 1

Mein städtischer Schritt ist viel zu schnell für das Ländliche und das der Hahn kräht anstelle des morgendlichen Weckers, fällt mir sofort auf. Nach den vielen Wochen Sommerhitze empfängt mich hier an der Ostseeküste ein schneller, wohltuender Wechsel von Wind, Wolken, Sonne und Regen.

Der wunderschöne Bauerngarten vom Kunsthaus Stove empfängt mich spätsommerlich und zeigt dort und im Haus und Atelier die Skulpturen des Bildhauers und Malers Thought Raven (1961-2017).

Seine Schwester Ida Schillen empfängt mich sehr freundlich; gemeinsam mit ihrer Familie betreut und erhält sie diesen künstlerisch bedeutsamen Ort. Sie wählen jährlich Künstler:innen, Autoren:innen und Musiker:innen aus und gewähren ihnen Stipendien und/ oder unterstützen Residenz-Arbeitsaufenthalte.

Als Arbeitsresidenzlerin bekomme ich das leere Atelier, welches Thought Raven perfekt entworfen hat. Eine inspirierende Atmosphäre empfängt mich, als ich mich einrichte.

Hier kann ich ungestört malen und konzeptionell arbeiten. Denn jeder weiß, dass heutzutage eine Künstlerin nicht nur malt, sondern das als Freischaffende auch viele Aufgaben nebenher erledigt werden wollen.

Mein Bewerbungsthema für meinen Aufenthalt hier lautete: „Die Faszination und das unbekannte Leben der Meeresbewohner.“ Dieser Aufgabe habe ich mich mit verschiedenen malerischen und experimentellen Techniken gewidmet.

Koi und Wels sind bekannt, Quallen sind so wunderschöne Wesen, nerven aber beim Schwimmen. Und im letzten Jahr wurden neuerdings in der Nordsee wieder „Langschnäuzige Seepferdchen“ gesichtet.

So tauchte ich erstmal ab zu meinen Octopoden und den Angler – und Laternenfischen. Die Darstellung ist ja kompliziert, leben Letztere zumindest im Dunklen.

Der Krake schaut nach, was oberhalb der Wasserlinie passiert, lebt er doch eigentlich auf dem Meeresboden. Und sein immens schneller Farbwechsel und seine Anpassungsfähigkeit sind nach wie vor faszinierend.

Letztendlich sind alle Meere und Ozeane der Welt miteinander verbunden, woraus sich auch wichtige ökologische Fragen ergeben, die ich auch malerisch verfolge.

Weiter geht es in den nächsten Tagen mit Part 2.

Atelier LK unterwegs, September 2026